Heimwerkern

Für unseren ersten Ball sollten zusammenklappbare Podeste hergestellt werden, um die Europaletten zu ersetzen, die bis dahin dazu verwendet wurden, jeweils zwei Stufen der Aula aneinander anzugleichen, damit dort Tische aufgestellt werden können.

Also haben sich fünf mutige Schüler und Schülerinnen an einem Ferienmorgen mit Herrn Bleck getroffen, um ihr Können als Heimwerker zu testen. Zuerst haben wir die Aula mehrfach mit einem zwei Meter langen Maßband vermessen, um alle potentiellen und tatsächlichen Mess- und Rechenfehler aufzudecken. Anschließend haben wir berechnet, wieviele Podeste welcher Größe wir benötigen und anhand dieser Erkenntnisse einen Einkaufszettel für über 40 Podeste erstellt, der bereits Schlimmes bezüglich der finanziellen Zukunft unserer AG ahnen ließ. Es folgte der Besuch des naheliegenden Baumarktes, in dem wir Material für zwei Prototypen dieses baulich sehr anspruchsvollen Konstruktes kaufen wollten. Als wir mit vollbeladenem Wagen das  Geschäft verließen, war es höchste Zeit für eine Mittagspause. Danach ging es gestärkt weiter. Wir haben eifrig geschraubt, wieder auseinander geschraubt, Balken zersägt und wieder verbunden (Die Verbindung ist beim ersten Anheben des Podestes zerbrochen.), Material umgetauscht usw. Wir haben bis zum Abend hart, unerbittlich und unermütlich gearbeitet, Vollbrachtes reflektiert und korrigiert, um schließlich nach ausführlicher Vermessung festzustellen, dass unsere mit viel Fleiß erarbeiteten Prototypen aufgrund ihrer zahlreichen Umarbeitungen nicht mehr die vorgesehenen Ausmaße hatten und daher außer ihrer in der Bauphase sehr lehrreichen Funktion keinen weiteren Nutzen bieten sollten. Man kann sich nun ausrechnen, wie lange wir für die vorgesehene Anzahl an Podesten gebraucht hätten – der Ball sollte eine Woche später stattfinden.

Nachdem uns unser Hausmeister Herr Seidel darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die Podeste die außergewöhnlichen Belastungen bei Karnevalsveranstaltungen nicht überleben würden, und eine viel einfachere, kostengünstigere und weniger arbeitsintensive Alternative vorgeschlagen hatte, wurde der Plan, Podeste herzustellen, fallengelassen. Stattdessen wurden – für auch nicht gerade wenig Geld – simple Vierkanthölzer gekauft.

 

Wie funktioniert das Podest?

Wer mit dem Mauszeiger darüber fährt, sieht es.